Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Großbritannien zeigt weiterhin deutliche Unterschiede. Während Großbritannien ein moderates Wachstum verzeichnet, bleibt Deutschland wirtschaftlich hinter den Erwartungen zurück.

BIP-Wachstum
Das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst 2025 voraussichtlich um 1,0% und setzt damit den positiven Trend von 0,9% im Jahr 2024 fort. Deutschland hingegen erholt sich nur langsam von der wirtschaftlichen Schwäche des Vorjahres: nach einem Rückgang von -0,2% in 2024 wird für 2025 lediglich ein bescheidenes Wachstum von 0,4% prognostiziert.
Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosenquote in Großbritannien steigt leicht von 4,3% auf 4,4% (Stand März 2025), während Deutschland mit einer höheren und weiter steigenden Arbeitslosenquote zu kämpfen hat (2024: 6,0%, 2025: 6,3%). Dies deutet darauf hin, dass der deutsche Arbeitsmarkt weiterhin unter Druck steht, während der britische Markt vergleichsweise stabil bleibt.
Inflation
Die Inflation bleibt in beiden Ländern eine Herausforderung. In Großbritannien steigt sie von 2,6% auf 2,8%, während sie in Deutschland stabil bei 2,2% bleibt (Stand März 2025). Dies könnte für Deutschland ein Zeichen für eine effektivere Inflationskontrolle sein, während in Großbritannien weiterhin mit Preissteigerungen zu rechnen ist.
Staatshaushalt
Das Haushaltsdefizit Großbritanniens sinkt leicht von 4,8% auf 4,5% des BIP, bleibt aber deutlich höher als das Deutschlands (1,8% in 2024 auf 1,7% in 2025, geschätzt). Die Staatsverschuldung in Großbritannien geht zwar zurück (von 97,2% auf 95,3% des BIP), bleibt aber im internationalen Vergleich hoch. Deutschland hingegen verzeichnet einen leichten Anstieg der Staatsverschuldung von 62,0% auf 63,2%, bleibt jedoch auf einem insgesamt niedrigen Niveau.
Fazit
Die britische Wirtschaft zeigt sich insgesamt widerstandsfähiger als die deutsche. Während das BIP-Wachstum in Großbritannien robust bleibt, kämpft Deutschland weiterhin mit einer schwachen Konjunktur und steigender Arbeitslosigkeit. Die Inflation in Deutschland scheint stabilisiert, während Großbritannien noch mit Preissteigerungen zu tun hat. Der britische Staatshaushalt bleibt angespannt, während Deutschland eine relativ solide Finanzlage aufweist. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben somit für beide Länder herausfordernd, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Alexander Altmann
im April 2025